vokalensemble atelierschule zürich

vokalensemble 2018


Fr, 06. April 2018, 18:30 h, Musikalische Vesper, Predigerkirche Zürich
Mi, 18. April 2018, 20 h, Konzert San Pau del Camp, Barcelona
Do, 19. April 2018, 20 h, Konzert Casa Rudolf Steiner, Barcelona

Jan Dismas Zelenka, Missa Votiva ZWV 18
Gregorio Allegri, Miserere Mei Deus
Vokalensemble der Atelierschule Zürich
Anna Cramer, Ana Germann, Alma Onambélé, Alia Slater, Julia Tanner ( Sopran)
Mira Kasten, Annika Leitner, Beneon Stevenson (Alt/Altus)
Eleonora Pohl, Julian Zuzak (Violine)
Simon Meier (Violoncello)
Sebastian Weiss (Continuo)
 
Leitung: Christian Bielefeldt, Gabriel Dalvit

 

Das Programm des Vokalensembles 2018 umfasst Werke von Jan Dismas Zelenka (1679-1745) und Gregorio Allegri (1585-1632).

Hauptwerk ist Zelenkas etwa einstündige Missa Votiva ZWV 18 (1739), die umfangreichste seiner letzten grossen Messen, die ohne Kompositionsaufträge entstanden sind, also mehr oder weniger autonome Kunstwerke darstellen und nicht mehr an liturgische Beschränkungen gebunden sind. Der Komponist schrieb sie in Erfüllung eines Gelübdes, nachdem er von einer ernsthaften Erkrankung genesen war. Umrahmt von zwei quasi konzertanten Ecksätzen im italienischen Stil, dem Kyrie I und dem Dona nobis pacem, bilden den Kern der Messe das festliche Gloria – mit zwei eröffnenden Chören (Gloria, Gratias), zwei Soloarien (Qui tollis, Quoniam) und dem abschliessenden chorischen Cum Sancto Spiritu – und das ausdrucksstarke, mit grösster kompositorischer Könnerschaft gestaltete Credo (Credo – Et incarnatus – Crucifixus – Et resurrexit).
Das mythisch umwobene, neunstimmige Miserere Mei von G. Allegri, päpstlicher Sänger der Sixtinischen Kapelle in Rom, ist eine Vertonung des Psalm 51 für zwei responsorische Chöre. Es steht an der Schwelle von der Renaissance zum Barock; seine Aufführung ausserhalb der Karwochen-Messen sowie das Abschreiben und Weitergeben der Noten war mehr als ein Jahrhundert nach seiner Entstehung (1630er Jahre) streng verboten. Der 14jährige Mozart soll 1770 das Werk anlässlich eines Rom-Aufenthalts gehört, aus dem Gedächtnis niedergeschrieben und so den Londoner Erstdruck 1771 möglich gemacht haben.


ein glück für uns – unsere reise nach barcelona

Wie jedes Jahr, reiste unser Vokalensemble auch im Frühling 2018 zusammen in die Ferne. Dieses Jahr ging es nach Barcelona! Wir freuten uns alle riesig, nicht nur auf das warme Wetter, die schöne Stadt und den spanischen Flair, sondern auch darauf, die erarbeiteten Stücke noch einmal zeigen zu können. Mit bester Laune machten wir uns nach der letzten Probe in Zürich am Montagnachmittag, dem 16. April auf den Weg.
Nach der Ankunft ging es quer durch die Stadt zu unser Unterkunft. Etwa 20 Minuten vom Stadtzentrum entfernt, dem Plaza de Catalunya, galt es, noch einige Schritte bergauf zum InOut-Hostel zu machen – und schon erreichten wir unsere Unterkunft. Nahe der Stadt und gleichzeitig in einer ruhigen, weiten, hügeligen und grünen Landschaft gelegen, musterten wir am nächsten Morgen bei strahlender Sonne die nahe Umgebung. Die Stimmung war wundervoll.
Dann der erste Auftritt am Dienstagmorgen in der Unterstufe einer Steinerschule vor Ort. Wir wurden herzlich empfangen, sangen ein paar Stücke, gefolgt von einem dort bekannten Volkslied. Wir wurden erst begeistert angehört, beim letzten Stück ebenso kräftig unterstützt. Bevor wir uns verabschiedeten, zeigten uns die kleineren Schüler/innen noch spontan mit Stolz erarbeitete Werke mit ihrem Orchester.
Es folgten zwei weiter Auftritte. Einer in Sant Pau del Camp, einem ehemaligen Benedikterkloster, zudem die älteste erhaltene romanische Kirche Barcelonas. Sie wurde nicht nach neumodischem Stil umgebaut, wie es fast mit allen Kirchen getan wurde, da sie den Geldgebern die Investition nicht wert war – ein Glück für uns, wir durften in einer wunderschönen Kirche mit einer fantastischen Akustik und in einer fast schon heiligen Stimmung, die einen fast hätte in die Zeit zurückversetzen können, ein Konzert vor einer leider nur spärlich gekommenen Zuhörerschaft geben.

Die Woche über assen wir nicht nur wunderbar, sondern erkundeten Stadt und Kultur, testeten die Meeres-Temperatur und genossen die Abende am Strand und wurden durch die Oper geführt. Das allerletzte Konzert und das allerletzte Mal, an welchem wir all unsere erarbeiteten Stücke zeigten, folgte am Donnerstagabend in der Casa Rudolf Steiner Barcelona. Eine Einrichtung mitten in der Stadt, gebaut und finanziert von Anhängern Rudolf Steiners, klein und ruhig, ein Treffpunkt für die Gemeinschaft mit Büchern und Ausstellungen. Das Konzert vor einem kleinen, aber sehr aufmerksamen, begeisterten und dankbaren Publikum genossen wir sehr!
Es war nicht nur das letzte Mal, dass wir unser Werk zeigen durften, sondern auch das letzte Mal, dass das Vokalensemble in dieser Konstellation zusammen sang! Einige tolle Sänger waren nämlich, teils nach vier Jahren (!), das letzte Mal dabei, sie werden Ende Jahr die Schule verlassen. Grossen Dank an dieser Stelle an diejenigen, die uns all die Zeit so tatkräftig unterstützten!
Wir genossen das Konzert sehr, genauso, wie den letzten Abend in dieser tollen Stadt! Zusammen zogen wir durch die am späten Abend wunderschöne Stimmung Barcelonas und kamen nach einer abenteuerlichen Heimreise mit ÖV und Taxi heil zurück, schliefen gut, bis es am nächsten Morgen leider Zeit war zu gehen. Grossen Dank für eine klasse organisierte Reise mit tollen Erlebnissen, schönen Konzerten und einer tollen musikalischen Begleitung!

Noah Nehrmann, 11c 2017-18


 

2013–18: Veranstaltungen für den Bau. Drei Jahre lang geht der volle Erlös aus allen Veranstaltungen an den Bau. Danke für Ihre Spende.