rückblick musiktheater «pagliacci – mord aus liebe»

ein wagnis

 

Die Oper «Pagliacci» von Ruggiero Leoncavallo wurde 1892 in Mailand uraufgeführt. Das Eifersuchtsdrama rund um eine Schauspieltruppe weiss Opernbesucher weltweit bis zum heutigen Tage in seinen Bann zu ziehen.

Bei der Verkündung des diesjährigen Opernprojekts im Musikatelier der 13. Klassen war Ende August durchaus das eine oder andere Stirnrunzeln auszumachen. Ein Werk, das mit vollbesetztem Symphonieorchester, einem 80-köpfigen Chor und 5 Solisten ausgesprochen wuchtig daherkommt, ist zugegeben auch eine eher aussergewöhnliche Vorlage für 14 Schüler/innen. Allerdings war in diesem Jahrgang eine so einmalige Kombination aus starken Instrumentalisten, sehr guten Sänger/innen und begabten Schauspieler/innen beisammen, dass wir es einfach probieren mussten.

Die anfängliche Skepsis mancher Schülerinnen und Schüler wich bald Begeisterung. Die Qualität von Musik und Plot wurden erkannt. Christian Bielefeldt arrangierte pausenlos, transponierte die Arien und dirigierte leidenschaftlich das Mini-Orchester. Mit wenigen dramaturgischen Kniffen wurde die Handlung in kleiner Besetzung und ohne Chor spielbar. Inszeniert wurde an drei Probewochenenden. Die ganze Unternehmung war ein Wagnis, aber die Aufführungen Mitte Januar belohnten unseren Mut: „Pagliacci – ein Mord aus Liebe“ hat dem Publikum eine musikalische Geschichte näher gebracht, die von der Dichte und Intensität her dem Original das Wasser reichen konnte. Ergriffen und berührt verliessen viele Zuschauerinnen und Zuschauer den Grossen Saal und es geht die Sage, dass die eine oder andere Arie noch zu späteren Stunden an den Tramhaltestellen der näheren Umgebung zu hören war.

Giuseppe Spina (Regie, Libretto)


 

 

werkstatt musiktheater 13. klassen

pagliacci – mord aus liebe


Ein musikalische Telenovela frei nach der Oper
von Ruggiero Leoncavallo

Samstag, 16. Januar 2016, 20.00 Uhr
Sonntag, 17. Januar 2016, 18.00 Uhr

grosser Saal

Musikatelier 13. Klassen
Regie und Libretto: Guiseppe Spina
Musikalische Bearbeitung: Christian Bielefeldt

 

«Life is a stage», sagte einst William Shakespeare. Die besten Geschichten schreibt das Leben, heisst es, wenn man etwas Ausserordentliches zu hören bekommt.

In seiner Oper «Pagliacci» (Uraufführung 1892) spielt der italienische Komponist Ruggiero Leoncavallo mit der verschwindenden Grenze zwischen dem Leben auf und neben der Bühne. Eine Schauspieltruppe führt ein Stück im Stück auf. Die Darsteller sind jedoch getrieben durch ihre wahren Gefühle, verlassen das Skript und lassen eine vermeintliche Komödie in einer Tragödie gipfeln: Der Chef der Truppe ersticht seine Frau vor den Augen eines Publikums, das immer noch glaubt, dass das alles Teil der Show sei.

Die Gedanken Leoncavallos sind auch für heutige Zuschauer nachvollziehbar. In unserer aktuellen Medienlandschaft, in der Voyeurismus und Fremdschämen sich die Klinke in die Hand geben, ist die Grenze zwischen Fiktion und Wirklichkeit nur schwer zu ziehen und oft ist es so, dass die Wirklichkeit die Fiktion längst überholt hat.

Ein ausserordentliches Libretto, ergreifende Musik, geschmetterte Arien und Gefühle, die sich echt anfühlen, auch wenn sie nur gespielt sind – oder sind sie es etwa nicht? 

 


 


 

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