Atelierschule
 

 

Von Popchor bis Laptopmusik

Neues Konzept Musikunterricht ab 2008-09

Wie in der letzten Agenda berichtet, befindet sich die Musik an der Atelierschule im Umbruch, und zwar hinsichtlich der Inhalte, besonders aber der Strukturen, in denen zukünftig musiziert und Musik reflektiert wird. Vermehrt waren in den letzten Jahren Zweifel am hergebrachten Format der wöchentlichen Pflichtstunde im Klassenverband aufgekommen – ein zu kurzes Format, um ein vertieftes Einsteigen in das gemeinsame Musizieren zu ermöglichen, ein zu enges, um die musikalisch Talentierten zusammenziehen zu können, die gegenseitig sich und andere fördern, und ein viel zu allgemeines, um auch nur einem Bruchteil der musikalischen Interessen der Schülerschaft entsprechen zu können.

Ein Zustand, der nach Änderungen rief. Und nach letztem Ringen mit dem Stundenplan und anderen Komplexitäten der Schulplanung sind solche nun auch beschlossen: Im nächsten Schuljahr wird der Musikunterricht in den Klassen 10 bis 12 ausschliesslich in Form jahrgangsübergreifender Angebote stattfinden, die neben Klangkörpern mit wöchentlichen Proben (Chor, Orchester, Big Band) auch kompakt veranstaltete Workshops mit unterschiedlichen Schwerpunkten beinhalten.

Die Schülerinnen und Schüler waren darum in den letzten Wochen dazu aufgerufen, sich je nach Interessenlage für eines oder auch mehrere dieser Angebote zu entscheiden – ein spannender Prozess mit durchaus offenem Ausgang (entscheidet sich überhaupt jemand für so etwas Spezielles wie Laptopmusik? tauchen im Chor genügend Tenöre auf? etc.), an dessen vorläufigem Ende sich jedoch wie erhofft eine funktionsfähige Aufteilung ergab. Sowohl das Orchester, bislang ein kleines, aber feines Zusatzangebot am späteren Nachmittag, als auch die neue Bigband erfuhren reichlich Zuspruch, der ebenfalls neu ins Leben gerufene Popchor kann im November seine Arbeit aufnehmen und die Workshops Tanz, Percussion, Band/Improvisation, Musikgeschichte/Musiktheorie und Laptopmusik kommen sämtlich in sinnvoller Besetzung zustande. Und schliesslich hat auch der bisher obligatorische Chor, der für Ostern 2009 wiederum ein grösseres Werk einstudieren und zu diesem Zweck eine fünftägige Probenreise unternehmen wird, den Schritt in die Freiwilligkeit gut überstanden. Ein weiteres erfreuliches Ergebnis der Wahl: Viele Schülerinnen und Schüler haben deutlich mehr als das geforderte Mindestprogramm gewählt.

Auf den gelungenen ersten Schritt müssen nun allerdings weitere folgen, soll sich der personelle und finanzielle Mehraufwand lohnen, den diese neue Struktur natürlich auch bedeutet. Und so hoffen wir, dass in den Ensembles und Workshops tatsächlich eine freiere, produktivere und für Schülerinnen, Schüler, Lehrer wie Eltern befriedigendere musikalische Arbeit gelingen wird. Niemand kann in die Zukunft sehen – von den Ergebnissen überzeuge sich darum jeder am besten selbst. Gelegenheiten dazu gibt es im kommenden Schuljahr nicht nur im gewohnten festlichen Chorkonzert in der Kirche, sondern in zahlreichen weiteren Konzerten, Aufführungen und Präsentationen.

 

Christian Bielefeldt